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WEEKLY AI UPDATE – KW28: SAP baut für die KI-Wende um, der AI-Chip-Markt kommt in Bewegung

SAP stoppt Einstellungen für den KI-Umbau, auf dem Chip-Markt bewegt sich gleich mehrfach etwas, und die EU zieht bei KI-Cybersicherheit nach.
SAP baut für KI Wende um, AI Chip Markt in Bewegung

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Ausgabe des WEEKLY AI UPDATE zeigt, wie sehr sich der KI-Wettbewerb derzeit auf zwei Ebenen gleichzeitig verschiebt: auf der Infrastruktur-Ebene machen sich Anbieter zunehmend von Nvidia unabhängig und werden selbst zu Rechenleistungs-Vermietern, und auf der Unternehmensebene schichten Konzerne wie SAP und Microsoft ihre Ressourcen radikal in Richtung KI um.

Auch regulatorisch tut sich diese Woche einiges: Die EU adressiert mit ihrem Cybersicherheits-Aktionsplan konkret die Risiken fortschrittlicher KI-Modelle, während Fälle wie das Claude-Code-Verbot bei Alibaba oder das Münchner Google-Urteil zeigen, dass Unternehmen zunehmend rechtlich und organisatorisch Verantwortung für ihren KI-Einsatz übernehmen müssen.

Für den deutschen Mittelstand bleibt außerdem der Blick nach Hamburg interessant, das bei den KI-Neugründungen erstmals München überholt hat.

Lesen Sie im Folgenden, welche Entwicklungen diese Woche besonders relevant sind – und was sie konkret für Unternehmen bedeuten.

Der KI-Chip-Markt ordnet sich neu: Diversifizierung weg von Nvidia, neue Geschäftsmodelle, hohe Börsenbewertungen

Auf dem KI-Chip-Markt bewegt sich diese Woche gleich mehrfach etwas. Apple und Broadcom haben eine Partnerschaft über mehr als 30 Milliarden US-Dollar geschlossen, um in den USA über 15 Milliarden US-Dollar an maßgeschneiderten KI- und Funkchips zu produzieren [Yahoo Finance]. Amazon stellte mit AZ3 und AZ3Pro eigene Chips für Echo- und Fire-TV-Geräte vor, die die Spracherkennung um 50 Prozent verbessern sollen [CNBC], während Anthropic zusammen mit Samsung über die Fertigung eines eigenen KI-Chips spricht und auch das chinesische Unternehmen DeepSeek den Einstieg in die eigene Chip-Produktion erwägt [the-decoder, engadget].

Nvidia selbst reagiert mit einem neuen Geschäftsmodell: Über sogenannte DSX-AI-Factories erhalten KI-Startups Zugang zu Nvidia-Hardware im Tausch gegen eine Umsatzbeteiligung, statt eigene Rechenzentren bauen zu müssen [CNBC]. An der Börse zeigt sich die Nachfrage besonders beim Speicherchip-Hersteller Micron, der zeitweise mit einer Marktkapitalisierung von über einer Billion Dollar Tesla und Meta überholte [Manager Magazin].

Neuigkeiten gibt es auch bei xAI: Nach der Übernahme durch SpaceX firmiert das Unternehmen künftig als SpaceXAI und vermietet Rechenpower an Google (für rund 920 Millionen US-Dollar pro Monat) und Anthropic (1,25 Milliarden US-Dollar pro Monat) [Business Insider].

SAP stoppt Neueinstellungen und minimiert Reisekosten-Budgets, um Kapital für den KI-Umbau freizusetzen

SAP hat einen weitgehenden Einstellungsstopp für Rollen außerhalb der KI-Entwicklung verhängt und interne Reisen ohne KI-Bezug eingeschränkt, um Mittel für den unternehmensweiten KI-Vorstoß freizusetzen. Neu eingestellt wird laut internem Memo nur noch fast ausschließlich für zentrale KI-Rollen; CEO Christian Klein übernimmt zudem direkt die Führung der meisten KI-Entwicklungsteams. Die SAP-Aktie liegt trotz dieser Umbaumaßnahmen 2026 bislang rund 33 Prozent im Minus. [CIO]

Das zeigt, wie radikal selbst etablierte Software-Konzerne ihre Ressourcen umschichten müssen, um im KI-Rennen mitzuhalten – nicht nur Budget, sondern auch Führungsaufmerksamkeit wandern in Richtung KI. Für andere Unternehmen ist das ein Signal, wie stark sich die Priorisierung derzeit verschiebt.

EU-Kommission legt Aktionsplan für Cybersicherheit und KI vor

Die Europäische Kommission hat einen Aktionsplan vorgestellt, der die doppelte Rolle von KI in der Cybersicherheit adressiert: als Werkzeug zur Abwehr von Angriffen und zugleich als Risiko in den Händen von Angreifern. Der Plan sieht unter anderem Assessments für KI-Modelle vor deren Markteinführung sowie eine sichere Testplattform für KI-Sicherheitsanwendungen vor. Er ergänzt damit bestehende Regelwerke wie den EU AI Act und die NIS2-Richtlinie [European Commission].

Für Unternehmen bedeutet das steigende regulatorische Anforderungen an die IT-Sicherheit: Wer unter die NIS2-Richtlinie fällt, wird künftig konkreter nachweisen müssen, gegen KI-gestützte Angriffe wie automatisiertes Phishing oder sich selbst anpassende Schadsoftware gewappnet zu sein. Investitionen in KI-gestützte Abwehrsysteme dürften damit vom Kür- zum Pflichtthema werden.

AI in der Unternehmenspraxis

  • Rossmann testet humanoiden Roboter im Lager: Rossmann setzt als einer der ersten europäischen Händler den humanoiden und selbständig Batterie wechselnden Roboter Walker S2 von UBTech in seinem Verteilzentrum in Burgwedel ein. [dr web]
  • Claude Cowork kommt auf Web und Smartphone: Anthropic bringt seinen KI-Agenten für Max-Abonnenten auf Web und Mobilgeräte. [TechCrunch]
  • Meta-Mitarbeiter nutzen intern lieber Gemini als Llama: Google hat den internen Zugang für Meta inzwischen eingeschränkt, nachdem Meta–Mitarbeitende verstärkt auf Gemini statt auf deren eigene Llama-Modelle zurückgriffen. [t3n]
  • Salesforce investiert 1 Milliarde Dollar in der Schweiz: Das Geld fließt in den nächsten fünf Jahren in lokale Belegschaft, Kundenunterstützung und den Ausbau agentenbasierter KI. [Salesforce]
  • KI übernimmt zunehmend die B2B-Lieferantenauswahl: Laut Harvard Business Review nutzen B2B-Kunden verstärkt KI-Tools, um Lieferantenlisten zu erstellen und Angebote einzuholen. [HBR]
  • Zuckerberg räumt bei Meta-Townhall ein: KI-Agenten kommen langsamer voran als erhofft: Nach der Entlassung von rund 8.000 Mitarbeitenden und der Versetzung weiterer 7.000 in KI-Teams wie „Agent Transformation“ räumte Zuckerberg ein, die Umstrukturierung sei nicht so „clean“ verlaufen wie geplant und der erhoffte Nutzen stehe noch aus. [TechCrunch]

AI Strategie & Marktbewegungen

  • Deutschland erlebt historischen Gründungsboom: 3.053 neue Start-ups in H1 2026, über ein Drittel mit KI-Bezug; Hamburg überholt erstmals München bei den Neugründungen. [t3n]
  • Microsoft tauscht OpenAI/Anthropic in Excel und Outlook gegen eigene MAI-Modelle: Aus Kostengründen laufen wöchentlich bereits Zehntausende Prompts auf hauseigenen Systemen. [beincrypto]
  • Söder spricht mit Cook und Apple-Nachfolger Ternus über KI: Bayerns Ministerpräsident tauschte sich virtuell mit Apple-Chef Tim Cook und dessen designiertem Nachfolger John Ternus über Apples Ausbau in München und europäische KI-Regeln aus. [ifun.de]
  • Microsoft entlässt 4.800 Mitarbeiter im Zuge der KI-Ausrichtung: Die Kürzungen betreffen vor allem Vertrieb und Xbox-Sparte, und folgen auf bereits rund 9.100 gestrichene Stellen im Vorjahr. [The Verge]
  • Globales M&A-Volumen erreicht Rekord von 2,8 Billionen Dollar: KI-Übernahmen von Startups, Dateninfrastruktur und Softwareanbietern treiben den Boom nahezu allein. [WSJ]
  • Chinesisches Open-Source-Modell GLM-5.2 schließt Lücke zu US-Spitzenmodellen: Z.ai’s Modell zieht in Benchmarks nahezu mit Claude Opus 4.8 und GPT-5.5 gleich, zu einem Bruchteil der Kosten. [Reuters]
  • NXAI veröffentlicht Open-Source-Modell TiRex-2: Das Linzer Start-up um Sepp Hochreiter stellt ein xLSTM-Modell für Echtzeit-Industrieprognosen vor, das laut Bestenlisten mit AWS konkurriert. [brutkasten]
  • KI-Disruption dominiert Earnings Calls, und begründet Entlassungen bei Marktführern: Die Erwähnung von „KI-Disruption“ in Gewinnmitteilungen globaler Unternehmen stieg gegenüber H2 2025 um 310 Prozent und dient als Begründung für Stellenabbau; Oracle (30.000 Stellen), Amazon (16.000), Coinbase (14% der Belegschaft) und Cloudflare (20%) begründen ihre Entlassungen explizit mit KI-Effizienz. [Yahoo Finance]

Regulierung, Sicherheit & Governance

  • EZB verpflichtet Groß-Banken zu KI-Risikostrategien bis Ende Oktober: Aufsichtschefin der EZB Claudia Buch warnt, Frontier-Modelle könnten Cyberangriffe massiv beschleunigen. [trendingtopics]
  • Alibaba verbietet Mitarbeitenden die Nutzung von Claude Code: Grund sind Funktionen zur Identifizierung chinesischer Nutzer; empfohlen wird stattdessen das interne Tool Qoder. [TechRadar]
  • Münchner Gericht: Google haftet für falsche KI-Antworten in AI Overviews: Die Antworten gelten als eigene Aussage Googles und nicht als neutrales Suchergebnis. [Hotel News Resource]
  • AfD nutzt KI-Software zur Generierung von „Rage Bait“: Eine Undercover-Recherche zeigt, dass die Software „Alternita“ Modelle von Google, OpenAI und Anthropic nutzt, um massenhaft provokante Social-Media-Posts zu erzeugen. [Irish Times]
  • Claude zitierte laut Studie russisches Desinformationsnetzwerk als Nachrichtenquelle: Die Recherche wirft grundsätzliche Fragen zur Neutralität von KI-Chatbots als Nachrichtenquelle auf. [Spiegel]
  • EU AI Office nimmt Arbeit auf: Die Governance-Strukturen für den AI Act stehen; EU AI Board, wissenschaftliches Panel und beratendes Forum sind nun operativ. [European Commission]
  • Britische Finanzaufsicht FCA warnt vor KI-Risiken im Bankensektor bis 2030: Der „Mills Review“ identifiziert vier KI-getriebene Veränderungen, u.a. verstärkte Betrugs- und Cyberrisiken. [FCA]

Damit endet unser WEEKLY AI UPDATE für die KW28.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Wochenende und freuen uns, Sie nächste Woche wieder mit relevanten AI-News für Unternehmen zu versorgen.

Bis nächste Woche
Ihr Team der AI.GROUP

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